Heidi Baudrich

Malerin aus Leipzig

„Kreativität bedeutet für mich aus unendlich vielen Ausdrucksformen genau diese herauszugreifen, die mich gerade fasziniert, inspiriert und umtreibt. Sei es als Malerei, Installation oder Zeichnung. Je nachdem, was mir als geeignet erscheint, um zu zeigen, was aus meinem Inneren nach außen soll. Das Ergebnis ist eine Fülle von Kunstwerken, dessen Selbstähnlichkeit immer deutlicher hervortritt. Ob Papierarbeiten oder „moderne Kultobjekte“, alles beeinflusst sich gegenseitig und kommuniziert miteinander. Immer wieder neu werden Gegensätze ausgehandelt und harmonisiert, bis schließlich wieder alles ineinander fließt, im großen Fluss des Lebens.“

Heidi Baudrich hat an der Hochschule für Grafik und Buchkunst zu Leipzig Malerei und Grafik studiert und ist seit 2011 freischaffende Künstlerin.

Pylon Cosmea 40 x 30 cm; Bleistift Aquarellfarbe und Buntstift auf Papier

IMPRESSIONEN AUS DEM ATELIER

INTERVIEW

Heidi Baudrich - Deine Lieblingskünstler

1. Warum malst du?

Es ist meine Sprache.

2. Hast du eine Lieblingstechnik und ein Lieblingsmaterial?

Ich experimentiere gerne und brauche immer mal eine neue Materialstechnische Herausforderung. Momentan stelle ich meine Farben selber her. Aus Kasein und Pigmenten, diese spezielle Mischung duftet nach Nelkenöl und verpestet nicht mein Atelier.

3. Was brauchst du unbedingt, um kreativ tätig zu sein?

Zeit. 

4. Wie viel Zeit verbringst du mit deiner Kunst?

Das ist schwer zu sagen. Es fließt bei mir eigentlich alles ineinander: Inspiration, Arbeit, Muse… Für mich ist gutes Leben auch eine Kunst. 

Wenn ich mich diszipliniere, gibt es gute Arbeitstage an denen ich manchmal 6 bis 8 Stunden male. 

5. Was ist die schönste oder überraschendste Erkenntnis, die du als Künstler gewonnen hast?

Meine Kreativität ist Freiheit.

6. Wann stand für dich fest, dass du Künstler werden willst?

So richtig wollte ich es nach dem Abitur. Als ich von zu Hause auszog und eine Freundin kennenlernte, die ebenso Kunst-affin war wie ich. Wir bewarben uns jedes Jahr aufs neue an der HGB.

7. Was war dein bisher schönstes Erlebnis mit deiner Kunst?

Da gibt es viele. Ich habe einfach Freude schon beim Erschaffen und wenn ich daran denke, was ich wieder für ein Bild malen werde. Oder die Ausstellungen selbst, die Gespräche und ein rauschendes Fest drum herum. Das allergrößte aber war für mich, als Menschen beim Betrachten meiner Kunst so begeistert waren, dass sie die Bilder gerne kauften.

8. Was treibt dich an, ein neues Kunstwerk zu beginnen?

Inspiration und der Drang innere Bilder nach außen zu bringen.

7. Hast du eine Vorstellung von den Räumen, in denen deine Kunst gut aufgehoben wäre?

Ja. Zunächst sind meine Bilder immer gut in sehr große und schönen Ausstellungsräume aufgehoben, die natürlich gut besucht werden. Kunst sollte möglichst von vielen Menschen gesehen werden.

Ich kann mir aber auch Experimente vorstellen, zum Beispiel in einem Gewächshaus oder Garten auszustellen.

Meine Skulpturen und Rauminstallationen sehe ich im Museum. Zum Beispiel habe ich 2019 im Grassimuseum für Völkerkunde ausgestellt. Da passte es super in den Museumskontext. Momentan existiert eine Art “Wunderkammer” in denen meine Objekte aufbewahrt werden. Kleine Arbeiten von mir passen aber genauso ins traute Heim, an einen ganz besonderen Platz.

 

8. Erinnere dich bitte mal an deine erste bewusste Begegnung mit der Kunst.

Schon als Kind war es mir ein starkes Bedürfnis mich kreativ auszudrücken. Ich erinnere mich, dass ich schon in meiner frühen Kindheit mit meiner Mutter zusammen bastelte, malte oder Kostüme nähte.

Später, so ca. mit 8, baute ich mir Pferde oder Fahrzeuge aus Holz. Ich hatte immer etwas zu basteln, zu malen oder zu bauen. Selbst in der Schule krakelte ich Hefte und Buchränder voll.

Heidi Baudrich

Fotos: Heidi Baudrich

Die Leipziger Kunstszene wächst und wächst. Diese Vielfalt möchte die Plattform erfassen.

“Everything you can imagine is real”

 Pablo Picasso